Vom FC Herta bis zum FC Red Bull

06.10.2010

Fussball einst und jetzt (Foto: (c) Chris Maier)
Spitzenfußball aus der Dose

FC Red Bull Salzburg und Austria Salzburg - sie sind die Aushängeschilder der Erfolgsstory des Salzburger Fußballs. Doch es war ein weiter und schwieriger Weg bis dort hin. salzburgLiVE hat nachgeblättert und recherchiert, wie alles begann. Die Kickerei in Salzburg, von damals bis heute:

Nachdem 1894 mit der Vienna Österreichs erster Fußballverein aus der Taufe gehoben wurde, dauerte es noch gehörige Zeit bis das runde Leder auch in Salzburg seine Faszination entfalten konnte. Es waren Gymnasiasten, die 1912 erstmals ein Match austrugen und so zu Geburtshelfern des Salzburger Fußballs wurden. Zwei Jahre später, kurz vor Kriegsausbruch, schlossen sie sich zu den „Athletikern“ zusammen. Die Gründung eines gemeinsamen Fußballverbandes für Oberösterreich und Salzburg, mit Sitz in Linz, war am 17. Oktober 1919 der erste Schritt zur Institutionalisierung der neuen Sportart.

Die eigentliche Geburtsstunde der Salzburger Austria schlug am 8. September 1933: Und wie es sich für Salzburg schickt, durfte dabei der geschichtsträchtige Name „Mozart“ nicht fehlen. Es war im Cafe Mozart, wo in einer Geheimsitzung die Funktionäre von FC Hertha (gegründet 1923) und FC Rapid (gegründet 1928) ihre Fusion beschlossen. Die Gründung der Zwei-Länder-Zehnerliga „Oberösterreich-Salzburg“ war das auslösende Moment dafür. Denn Salzburg war nur mit zwei Vereinen in dieser neuen Liga teilnahmeberechtigt. Das waren Meister SAK 1914 als Fixstarter sowie FC Rapid. Letzterer ging als Sieger aus einer Qualifikation gegen Hertha, 1. SSK 1919 und FC Altstadt hervor. Den Funktionären war bewusst, dass außer dem SAK 1914 die restlichen Salzburger Vereine viel zu schwach sein würden, um in der neuen Liga mithalten zu können. So war die Fusion zwischen dem Arbeiterverein Rapid und seinem bürgerlichen Pendant, Hertha, ein cleverer Schachzug. Am 15. September 1933 erlebte das Hotel Schwarzes Rössl die offizielle Klubgründung des neuen Vereines. Der Name, SV Austria Salzburg, und die Klubfarben, Violett-Weiss, waren schnell  beschlossene Sache.

Nur zwei Tage nach der Fusion gab die neue Austria ein kräftiges Lebenszeichen von sich und besiegte den Heeressportverein Wien gleich mit 6:0. Neben der Kampfmannschaft startete die Austria mit einer Zweiten sowie einer Schüler- und Jugendmannschaft ins erste Jahr.

Am 17. September 1933 begann mit dem ersten Meisterschaftsmatch ein härter Wind zu blasen. Nur mit Mühe konnten die Violetten den Klassenerhalt sichern. Von besonderer Tragweite auf das spätere Vereinsleben erwies sich im Oktober 1933 die Verpflichtung von Karl Sachs. Beim SAK war er zu einem der besten Salzburger Kicker herangereift. Doch als er sich mit den Athletikern überworfen hatte, kam er schließlich als willkommene Verstärkung zu den Lehenern. Noch als aktiver Spieler übernahm er Funktionärsagenden und führte nach dem Krieg seine Violetten bis in die höchste Spielklasse.

Im Schatten der politischen Wirren driftete die Austria 1938/39 in den Abstiegskampf. Doch bereits ein Jahr später war die erste Sensation perfekt: verstärkt durch „deutsche Gastspieler“ gelang der Austria in der sogenannten Kriegsmeisterschaft der erste Meistertitel. Die fatalen Auswirkungen des Krieges machten auch vor dem Fußball nicht halt. Die Besetzungsprobleme der Vereine wurden letztlich unüberwindlich. Im April 1943 schlossen sich daher die Traditionsklubs SAK, SSK und Austria zur FG Salzburg (Fußballgemeinschaft) zusammen, um wenigstens notdürftig den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Mit dem Kriegsende war auch das Ende der FG besiegelt und nach[ 1945 starten engagierte Violette einen Neuaufbau des Vereinslebens. So gesellte sich im November 1945 noch eine Tischtennis-Sektion, zu den Fußballern.

In den ersten Nachkriegsjahren beschränkte sich der Spielbetrieb auf Landesliga-Bewerbe. Mit der Einführung der Tauernliga eröffneten sich 1949 wieder neue Perspektiven für Vereine aus Salzburg und Kärnten, zumal die Teilnahme an diesem Bewerbe eine direkte Aufstiegsmöglichkeit in die neue gesamtösterreichische Staatsliga A bot. Etliche Funktionäre waren von der Idee fasziniert, aus dem eigentlichen Fußballklub Austria durch Erweiterung mit Sektionen anderer Disziplinen einen Großverein zu bilden. Eine günstige Konstellation zwischen Austria und ATSV-Salzburg-Stadt führte zur Gründung des TSV (Turn- und Sportverein) Austria. Just zum 20jährigen Vereins-Jubiläum gelingt in der Spielsaison 1952/53 den Aufstieg in die Staatsliga A.

Der Aufstieg bedeutete das Ende des reinen Amateurbetrieb, für die Spieler ging es erstmals an`s Verdienen. Das ganz große Geld war zwar damals noch nicht zu machen, dennoch neben 200 Schilling Monatsfixum waren für jede Niederlage 70 Schilling Startgeld, für ein Remis 245 und für einen Sieg 365 Schilling zu holen.

1955 durften die Violettem erstmals in der Vereinsgeschichte zu einem ausgedehnten Weltenbummel mit ihrem Team aufbrechen.  Die Flugroute führte über Zürich - Rom - Abadan - Karachi - Kalkutta - Rangoon nach Bangkok, von wo über Singapur nach Djakarta weitergeflogen wurde. In einem Zeitraum von 56 Tagen galt es 20 Spiele zu absolvieren. Im 3. Staatsligajahr gab es mit dem 8. Platz die bis dato beste Oberhausplatzierung. Verantwortlich dafür war vor allem das legendäre "Glanztechniker-Sextett" mit Hermann Hochleitner, Bomber Bruno Fleck, Fredl Grün, den Mittelfeldmotoren Franz Feldinger und Günter Praschak sowie Goalie Rudi Krammer.

Nach vier bewegten Jahren in der Staatsliga setzte es am Ende der Saison 1956/57 mit dem Abstieg erstmals das bittere Ende. Doch ans Aufgeben dachte niemand und so starteten die Violetten 1959 ihr zweites Staatsligaabenteuer. Die ersten sechs Spiele gingen verloren, das Torverhältnis betrug unrühmliche 7:28. Präsident Karl Sachs verpflichtete daraufhin um 90.000 Schilling Erich "Mopsi" Probst, den Bomber des FC Zürich als Retter. Und die Leute kamen wieder, und das sogar in Scharen. Der Kauf machte sich also doppelt bezahlt: Mehr Einnahmen und Ligaerhalt. Nach Probst's Abgang am Saisonende folgte das Wechselbad der Gefühle zwischen Staatsliga und Regionalliga West: drei Ab- und drei Aufstiege lösten sich von 1960-1967 ab.

Ende der Saison 1962/63 hängte auch ein violettes Wahrzeichen seine Fußballschuhe für immer an den Nagel:  Franz Feldinger, auch die „Eisenlunge“ genannt. Mit 687 Spielen hält er in der Austria-Ersten noch immer einsam den Rekord.

Nach verdienstvollen 33 Jahren brachte das Jahr 1966 den Rücktritt des langjährigen Obmannes und Präsidenten Karl Sachs. Alois Nagl, nahm  zusammen mit dem sportlichem Leiter Günter Praschak für die nächsten Jahre das Ruder in die Hand. Der sofort erreichte Wiederaufstieg war die Basis zur Konsolidierung. Damit endete Austrias fast zehnjähriges „Paternosterklub“- Dasein, wobei sich diese Bezeichnung von einem Fahrstuhl der zwischen den einzelnen Etagen pendelt, ableitete.

Als die Austrianer im Sommer 1967 einlief, prangte erstmals ein Werbeschriftzug auf den Trikots. Mit der Firma "Thalhammer" konnte der erste Dressensponsor des Vereins gewonnen werden. Zudem gab`s für die Mannschaft ordentlich Verstärkungen: Horst Hirnschrodt (19-facher Nationalspieler und 1965 Österreichs Fußballer des Jahres), Karl Kodat, Rudi Horvath, Joschi Sikic bildeten mit dem Stammteam einen Kader, der dem Publikum mehr als nur den Oberliga-Erhalt versprechen sollte.

Mit dem 6. Tabellen-Rang sicherte sich der Verein in der Saison 1968/69 das bis dahin beste Resultat der violetten Klubgeschichte. Zu diesem Zeitpunkt fielen nach langem Ringen auch endgültig die Würfel für den Stadionneubau in Lehen. Diesem Großprojekt gingen aber auch damals schon jahrelange Diskussionen und Verhandlungen voran, die bereits Anfang der 60er Jahre begannen. Während des Stadionbaus wanderten die Lehener von 1969 -1971 vorübergehend nach Itzling aus. In diesem "Exil" feierten die Violetten ein legendäres 6:0 über die Wiener Austria.

In der Saison 70/71 schrammte Salzburg erstmals ganz knapp am Meistertitel vorbei, den Innsbruck mit Trainer Otto Baric wegschnappte. Doch Vizemeistertitel, Intertoto-Gruppensieger sowie Einzug ins Mitropa-Cup-Finale waren mehr als nur ein Trostpflaster und bedeuteten zum damaligen Zeitpunkt die erfolgreichste Saison der Clubgeschichte.

Im Herbst 1971 kam es dann endlich zur lang ersehnten Übersiedelung ins neue Lehener Stadion. Für damalige Begriffe stellte es eine hochmoderne Sportstätte dar, vor allem das „Bogendach“ galt lange als Vorzeigeobjekt im Stadionbau. Waren die Baukosten anfangs mit 11 Millionen Schilling veranschlagt, so ergab die Endabrechnung stolze 42 Millionen Schilling (also rund ein Zehntel dessen was für das neue Stadion in Klessheim zu berappen war). Das Eröffnungsspiel der Austria gegen das tunesische Nationalteam ging am 18. September 1971 vor 12.000 Zuschauern mit 3:2 an die violetten Gastgeber. Doch die Partie war von einer handfestesten Keilerei begleitet die damit endete, dass Publikumsliebling Peter Grosser vorzeitig unter die Dusche mußte.

1974 bejubelten Fans und Spieler nicht nur die Errichtung der Flutlichanlage, sondern vor allem den erstmaligen Einzug ins Cupfinale.  Vor 14.ooo Fans in Lehen schien der österreichische Cup-Titel im Finale gegen Austria Wien zum Greifen nahe, als Filzmoser einen Kopfball von Prohaska ins eigene Tor lenkte und damit alle Träume zerstörte.

Nach zehn Jahren in der höchsten Spielklasse folgte in der Saison 1976/77 der Abstieg. Doch nicht zuletzt auf Grund der Verpflichtung von Kodat, er kam von Royal Antwerpen, sowie von Libuda gelang der violetten Truppe der Wiederaufstieg. Mit der Österreichischen Spielbanken AG "Casinos Austria" zog der neue Präsident Karl Kirchberger 1978 einen neuen und zugleich potenten Hauptsponsor an Land. Während der Verein anfangs noch SV Casino Austria Salzburg hieß, verschwand die Bezeichnung "Austria" bald aus dem offiziellen Vereinsnamen, was nicht ohne Unmut der Öffentlichkeit über die Bühne ging.

1980 stand der SV Casino Salzburg zum zweiten Mal im Cup-Finale. Abermals vereitelten die Namensvetter aus Wien den großen Triumph. Auch beim dritten Anlauf 1981 fehlte erneut das letzte Glück zum Cup-Triumph, wenngleich dieses Mal der GAK als „Spielverderber“ fungierte.

Die Vorzeichen des Vereins standen alles andere als auf Erfolgskurs, als 1984 Spediteur Rudi Quehenberger das Zepter des Vereines übernahm. Auch mit dem neuen Präsidenten an der Spitze ließ sich nach der Saison 1984/85 der Abstieg in die 2. Division nicht mehr verhindern. Der Verbleib im „Keller“ sollte bis 1989 dauern. Leicht hatte es Präsident Rudi Quehenberger bei seinem Amtsantritt nicht: Neben dem Abstieg „erbte“ er auch noch einen Haufen Schulden in zweistelliger Millionenhöhe. Aber durch Einsatzfreudigkeit, Idealismus und enorme finanzielle Risikobereitschaft leitete er den Aufschwung der Salzburger Austria ein, sodass er heute zu Recht den Titel „Vater des Salzburger Fußballwunders“ trägt. Als „Berufsoptimist“ wie sich der Präsident gerne selbst bezeichnet, gab er nicht auf und machte in einer Nacht und Nebelaktion Hans Krankl zum Violetten. Mit Erfolg, wie sich spätestens am  2. Dezember 1988 zeigen sollte. Gemeinsam mit Srecko Kurbasa sorgte Krankl für die entscheidenden Tore zum 2:1 Sieg gegen Spittal und rettete so die Teilnehme an der Aufstiegsrunde, die mit dem Violetten Comeback in der höchsten Spielklasse ein Happy End fand.

In der Saison 1990/91 holte Quehenberger mit dem Deutsche Oliver Bierhoff eine echte Granate nach Salzburg. Bierhoff, der später Deutschland noch zum Europameister machen sollte, erzielte in seinem ersten Spiel gleich vier Tore. Als die legendäre Nummer 20 von Lehen ist er mit 26 Saison-Treffern der bis heute uneingeholte Top-Scorer des Vereines.

Den wohl genialsten Schachzug setzte Quehenberger im Sommer 1991, indem er Meistermacher Otto „Maximale“ Baric nach Salzburg lockte. Trotz einer unglaublichen Herbstsaison mit elf Siegen in elf Heimspielen, reichte es nicht zum ersten Meistertitel. Auch die Verpflichtung von Heimo Pfeifenberger, der von Rapid zurückgeholt wurde, nützte vorerst nichts. 1992 und 1993 brachte das schlechtere Torverhältnis abermals nur den Vizemeistertitel.

1993/94 kam dann jene Saison, mit der das violette Fußballmärchen seinen Lauf nahm. Neben der Meisterschaft spielte sich der SV Casino Salzburg im UEFA-Cup international ins Rampenlicht. Die Siege über Dunajska Streda, Royal Antwerpen und Sporting Lissabon entfachten eine nie zuvor dagewesene violette Euphorie. "Salzburg für Österreich und Österreich für Salzburg" hieß die Parole die zwischen Burgenland und Vorarlberg niemanden kalt ließ. Die beiden Siege gegen Eintracht Frankfurt und den Karlsruher SC führten die Violetten dann sogar bis UEFA Cup-Finale, wo sie auf die Startruppe von Inter Mailand trafen. Fußball wurde in diesen Tagen österreichweit zum Straßenfeger: 7000 Salzburg-Schlachtenbummler drückten live vor Ort im Meazza-Stadion in einem Hexenkessel von 80326 Zuschauer die Daumen. 13.000 erlebte in Lehen vor der Leinwand und Hunderttausende vor den TV-Geräten die „Beinahe-Sensation“. Ihnen allen bleib beinahe das Herz stehen, als der Stangenpendler von Marquinho knapp das Tor verfehlte und Salzburg äußert unglücklich den UEFA-Cup Sieg verpasste. Ungeachtet dieser Niederlage blieb die sympathische Salzburg Mannschaft Fußballstolz der ganzen Nation. Und dann holen die Lehener endlich den heißersehnten ersten Meistertitel. Bei der anschließenden Meisterschaftsfeier am Balkon des Cafe Glockenspiel sorgten 20.000 Fans für unvorstellbare Begeisterung ohne Grenzen.

In der Saison 1994/95 qualifizierte sich der SV Casino Salzburg (gegen Maccabi Haifa) als erster österreichischer Vertreter für den Hauptbewerb der UEFA-Champions League. Man hatte damit nicht nur ein Stück österreichische Fußballgeschichte geschrieben, sondern auch eine Spitzenstellung im österreichischen Sportgeschehen übernommen. Die Gruppe mit den späteren Finalisten AC Milan und Europacupsieger Ajax Amsterdam sowie AEK Athen war letztlich doch noch eine Nummer zu groß. Zum Aufreger wurde der unvergesslicher Flaschenwurf gegen Otto Konrad im San Siro Stadion. Dem AC Milan wurden zwar die Punkte abgezogen, aber im entscheidenden Spiel verloren die Veilchen im ausverkauften Praterstadion gegen die Italiener ganz knapp mit 0:1, was das "Aus" in der Champions League bedeutete. Dafür lief es in die Meisterschaft wieder nach Wunsch. Meistermacher Otto Baric durfte sich über einen weiteren Titel mit seinen Salzburgern freuen.

Als klarer Favorit startete der Meister aus der Mozartstadt dann auch in Saison 1995/96. Aber dem schnelle Aus in der Champions League Qualifikation gegen Steaua Bukarest folgte eine Talfahrt in der Meisterschaft. Das war Otto Baric letztlich zuviel, resignierend warf er das Handtuch und erklärte seinen Rücktritt. Nach einem kurzen Gastspiel von Hermann Stessl wechselte Heribert Weber auf die Trainerbank. Der achte Tabellenplatz in der Endabrechnung war für alle Beteiligten eine klare Schlappe.

Mit dem Sommer 1996 kam dann die großen Veränderungen im Kader. Christian Fürstaller und Hermann Stadler beenden ihre Karriere, Heimo Pfeifenberger, Nicola Jurcevic und Wolfgang Feiersinger wechselten in die deutsche Bundesliga. Der umgebauten Weber-Elf traute kaum jemand etwas zu. Aber den Violetten gelang eine überraschend gute Herbstsaison. In der Winterpause sorgte der Wechsel von Publikumsliebling Otto Konrad nach Saragossa für Schlagzeilen. Eine schwerwiegende Entscheidung, die der Tormannlegende später privat und beruflich noch teuer zu stehen kommen sollte. Und doch ging der Meisterteller nach einem spannenden Zweikampf gegen Rapid zum dritten Mal an die Salzburger Austria.

Der Sommer 1997 löste Wüstenrot den langjährigen Hauptsponsor Casino AG ab. Als hätte man damit das runde Leder beleidigt, es wollte in der Folge einfach nicht mehr so recht laufen: Zum Auftakt setzte es gleich eine 2:0 Auswärtsniederlage gegen Aufsteiger Lustenau und das Pech schien sich wie ein roter Faden fortzusetzen: Zuerst scheiterte der SV Wüstenrot Salzburg in der Champions League Qualifikation an Sparta Prag.[Auch der Traum vom UEFA-Cup Platz platzte wie eine Seifenblase. Obwohl die Salzburger mit einem 4:3 Heimsieg im Rücken bereits 0:2 in Brüssel führten, hagelte es dann aber vier Tore in knapp 20 Minuten, und so stieg RSC Anderlecht in die nächste Runde auf.  Auch in der Meisterschaft kam man nicht in Fahrt. Trainer Weber war das alles zu viel und machte Platz für einen ganz großen des österreichischen Fußballs: Hans Krankl übernahm das Bankerl von Weber[ und brachte die Violletten immerhin auf Platz 4, was gleichtzeitig die UI-Cup-Teilnahme einbrachte. Der UI-Cup entpuppte sich für den SV Wüstenrot Salzburg zum richtigen Schützenfest. Vereine wie Twente Enschede, Fortuna Sittard und St. Gallen wurden der Reihe nach aus dem Bewerb geschossen. Im Finale gegen den FC Valencia riss jedoch die violette Erfolgsserie ab

Nach einem Sieg beim Hallenmasters 1998/99 reicht es am Ende der Saison noch für den[4. Tabellenplatz, zudem schoss sich Torjäger Edi Glieder mit 22 Toren zum Torschützenkönig der Bundesliga.

Das neue Millenium brachte den großen Umbau hinter den violetten Kulissen. Am 25. Jänner 2000 erfolgte die Übernahme des SV Wüstenrot Salzburg durch die Salzburg Sport AG als Rechtsträger mit Egon Putzi als Hauptinvestor. Damit sollte der Verein auf einen neue wirtschaftliche Basis gestellt und der Erfolg wieder nach Lehen geholt werden. Mit dem Erreichen des Cup-Finales 2000 ging es wieder deutlich aufwärts. Doch im Finale reichte es nach einem Elferkrimi gegen den GAK einmal mehr nur für den undankbaren Vize-Titel.

Im Sommer 2000 kam mit dem Schweden Hans Backe ein international erfahrener Fachmann als Cheftrainer zu den Violetten um den Neuaufbau der Mannschaft zu forcieren. Im September 2001 ereilte Backe ein unwiderstehliches Angebot  von seinem Traumklub FC Kopenhagen, sodass ihn sein bisheriger "Co." Lars Söndergaard als Cheftrainer beerbte.

2001 meldet sich Rudi Quehenberger zurück. Gemeinsam mit seinem Partner Heinz Kluppenegger erwarb er 90% der Anteile der Salzburg Sport AG. Am 28.3.2002 wurde Rudi Quehenberger von der Generalversammlung des SV Wüstenrot Salzburg einstimmig zum Präsidenten gewählt. Quasi als Einstandsgeschenk brachte er auch gleich Otto Baric mit und installierte ihn als neuen Spordirektor. Doch Baric blieb, nicht zuletzt auch auf Grund des von der Vereinsführung vorgegebenen Sparkurses, in dieser Position absolut erfolglos und zog daher im Juli 2002 wieder von dannen.

Während einerseits die Vorfreude auf das neue Stadion immer deutlicher zum Tragen kam, erwies sich der Herbstdurchgang 2002 als einer der turbulentesten in der Klubgeschichte. Sportlich geriet Söndergaard in heftige Turbulenzen. Kurzfristig musste die Zielsetzung sogar auf den Ligaerhalt minimiert werden.

Mit dem Eröffnungsspiel am 8. März 2003 im neuen Stadion Klessheim gegen den FC Kärnten fand Salzburgs Spitzenfußball ein neues topmodernes zu Hause. Doch das sportliche Weiterwuschteln nahm kein Ende. Trainer wie Walter Hörmann oder Nicola Jurcevic gaben sich die Türklinke in die Hand.

Dann der große Paukenschlag: Was am 6. April 2005 erst von vielen noch für einen verspäteten Aprilscherz hielten, wurden von der Unternehmenszentrale offiziell bekannt gegeben. Red Bull kauft die Salzburger Austria. Bei der offiziellen Mannschaftspräsentation im Hangar 7 wurde es Gewissheit: Der Fuschler Getränkekonzern hat für Spieler und Fans gleichermaßen ein regelrechtes Sportschlaraffenland geschaffen. Startrainer Kurt Jara verpasst im ersten Jahr nur knapp den Meisterschaftstitel. Letztlich bekam Kurt Jara vom Verein Flügeln verpasst. Doch das Match ging weiter, nicht am Rasen sondern bei Gericht: Jara gegen Mateschitz, vor allem bei Gerichtskiebitzen eine begehrte Partie.

Im Mai 2006 holten die kickenden Bullen mit Giovanni Trapattoni den wohl legendärsten Trainer Europas. Doch damit nicht genug: Luxus pur war angesagt, den zur Unterstützung kam auch noch Lothar Matthäus. Der agierte jedoch unglücklich und wurde letztlich im Juni 2007 wegen „unterschiedlicher Auffassungen“ wieder nach Hause geschickt. Doch auch „der Mister“ hatte kein leichtes Leben in Salzburg. Die Fachpresse bezeichnete sein Spielsystem als altmodisch und zu defensiv. Der Italien, als Temperamentbündel bekannt machte daraufhin seinem Unmut Luft und ließ den Zeitungsschreibern ausrichten: „Wörter sind sehr einfach. Wer kann machen, machen. Wer kann nicht machen, sprechen. Wer kann nicht sprechen, der schreiben“.

Co Adriaanse folgte dann am 1. Juli 2008 Giovanni Trapattoni als dessen Nachfolger. Trotz Meistertitel musste er gehen. Auch er hat sich wie sein Vorgänger mit der Presse angelegt. Das kommt im Hause Red Bull offenbar nicht gut an.

Seit Anfang der Saison 2009/10 sitzt Huub Stevens bei den kickenden Bullen auf der Trainerbank. Gleich in seiner ersten Saison holte er mit dem FC Red Bull Salzburg den Titel, der ersten Titel in seiner Trainerlaufbahn in einer obersten Spielklasse. Als Spieler konnte er 1978 mit Eindhoven den UEFA-Pokal gewinnen.

zurück