Salzburger Festspiele 2026: Jedermann präsentiert nackte Tatsachen

18.07.2026

Der nackte Jedermann
Der nackte Jedermann

Der Festspielsommer ist eröffnet: Mit Spannung wurde vor allem der Auftritt der neuen Buhlschaft beim diesjährigen Jedermann erwartet. Mit Roxan Duran hat der Festspielklassiker heuer eine neue Buhlschaft. Für die gebürtige Französin ist es das Debüt bei den Salzburger Festspielen. Sie überzeugt unter anderem mit einem äußerst sinnlichen Auftritt. 

Doch der Hingucker ist einmal mehr Philipp Hochmair. In der Inszenierung des kanadischen Regisseurs Robert Carsen geht sein Auftritt als Jedermann in die bereits dritte Saison. In gewohnter Manier rockt er auch in diesem Jahr das Stück und bringt nackte Tatsachen auf die Bühne. Und damit sind nicht nur die Füße des bekennenden Barfuß-Fans gemeint. Bis zum 25. August gibt´s 15 Vorstellungen zu sehen und dabei unter anderem den nackte Po des Schauspielstars. 

Nach dem kurzfristigen Ausfall von Sylvie Rohrer schlüpft Meike Droste in die die Doppelrolle des armen Nachbarn und der Werke.  Für Meike Droste ist ein Comeback bei den Salzburger Festspielen: Zuletzt spielte sie 2015 in William Shakespeares „Die Komödie der Irrungen“ die Rolle der Adriana und 2013 die Agnes Sorel in „Die Jungfrau von Orleans“ von Friedrich Schiller. Davor war sie 2009 die Mascha in Anton P. Tschechows „Die Möwe“ und wirkte 2002 in „Da Ponte in Santa Fe“ von Peter Turrini mit. 

Das Stück vom Leben und Sterben des Lebemann´s Jedermann begeistert sowohl durch die immerwährende Aktualität des Themas und der poppig, frischen Inszenierung. Keine Briese Staub also in Salzburg an dem Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal, das 1911 im Berliner Zirkus Schumann unter der Regie von Max Reinhardt uraufgeführt wurde.

Seit 1920 ist das Stück fixer und traditionieller Bestandteil der Salzburger Festspiele. Der reiche Jedermann macht unerwartet Bekanntschaft mit dem Tod während er mit seiner Tischgesellschaft feiert. Dominik Dos-Reis in der Rolle des Todes will Jedermann vor seinen Schöpfer führen. Weder seine engsten Freunde noch sein Reichtum wollen Jedermann ins Grab begleiten. Erst als seine Werke und der Glaubens ins Spiel kommen, bekennt sich Jedermann zum Christentum und steigt dann geläutert in Grab.

 

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